Wir stehen am Ende eines schmalen Weges, der um eine Bucht herumführt. Als wir gestern Abend gegen Sechs hier ankamen, war jeder Meter besetzt: Fischer saßen auf niedrigen Hockern und hielten ihre Angeln ins Wasser, Familien hatten es sich für ein Picknick gemütlich gemacht, Freunde sich zum Grillen getroffen. Es war Sonntagabend und wir optimistisch, dass die arbeitende Bevölkerung langsam zusammenpacken und nach Hause fahren würde. Am Anfang des Weges gab es ein paar Kneipen und wir bestellten uns ein Bier für die Wartezeit. Ein Auto nach dem anderen verließ das Ufer, so dass wir schließlich reinfahren konnten und es genügend Platz für die beiden Busse gab.

Unser Weg zurück in die Berge führt uns heute durch Himmel und Hölle, Cennet-Cehennem, zwei Dolinen zwischen Silifke und Mersin, die vor Millionen von Jahren durch den Einsturz eines unterirdischen Höhlensystems entstanden sind. Die beiden Trichter liegen 80 Meter auseinander. Der „Himmel“ (auf dem Drohnenfoto links) ist begehbar und grün, während die „Hölle“ steil und düster ist.

Sie ist 128 Meter tief und kann nur mit Kletterausrüstung bestiegen oder über eine gläserne Aussichtsplattform angeschaut werden. Wir entscheiden uns für die zweite Variante.


Dann steigen wir über 452 Stufen die 70 Meter in den Himmel hinab. Er ist doppelt so groß wie die Hölle und erstreckt sich in eine mächtige Höhle hinein. Seit kurzem erst sprudelt hier die Wasserquelle, die 13 Jahre versiegt war, wieder unter dem Felsen hervor und ihr Gluckern erfüllt den ganzen Höhlenraum. Wieder an die Erdoberfläche können wir zum Glück mit einem Aufzug fahren.



Über die Autobahn geht es weiter nach Mersin. Hier verlassen wir das Mittelmeer, um zurück in die Berge zu fahren. Dort soll es mittlerweile wärmer sein und wir setzen unsere Reise nach Kappadokien fort. Heute wollen wir bis in die Ihlaraschlucht kommen. Mal sehen, ob wir es schaffen. Es ist schon halb Drei, wir wollen bald wieder runter von der Autobahn, Mittagessen und dann eine Panoramastrraße durch die Berge fahren. 250 Kilometer liegen noch vor uns.


Irgendwie kommen wir heute nicht vorwärts. Als wir das Lokal mit dem leckeren Kebab und dem guten Mokka verlassen, ist es schon Fünf. Wir beschließen, noch zwei Stunden zu fahren und uns dann einen Übernachtungsplatz zu suchen.

Alain ist es, der schließlich einen schönen Platz abseits der Straße findet. „Unser bester Ort in der Türkei! Auf dem Plateau, am Rande der Kazikliali-Schlucht und mit Blick auf die schwindelerregenden Gipfel des Aladağlar-Parks, ist die Aussicht absolut fabelhaft“, so die enthusiastische Beschreibung bei Park4Night. Hm, leider ist es dunkel, als wir ankommen. Das mit der tollen Aussicht kriegen wir also erst morgen.




























































































